
Liebe Angehörige,
im Folgenden möchten wir Ihnen unsere Intensivstation etwas genauer vorstellen, damit Sie einen Eindruck über den täglichen Stationsablauf gewinnen können.
Unsere Klinik umfaßt 55 OIM-Betten sowie 28 IMC-Betten. OIM steht hierbei für operative Intensivmedizin, IMC für Intermediate Care.
Auf unseren Intensivstationen werden in erster Linie Patienten behandelt, die eine schwere Verletzung erlitten haben, sich einer großen Operation unterziehen mussten, und bei denen aufgrund der Schwere der Operation/Verletzung oder der Begleiterkrankungen eine besonders engmaschige Überwachung und/oder eine Unterstützung verschiedener Organfunktionen erforderlich wird.
Von uns werden Patienten der unterschiedlichsten operativen Fächer (Herzchirurgie, Neurochirurgie, Allgemeinchirurgie, Gefässchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe , Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Plastische Chirurgie, Verbrennungschirurgie und Urologie) betreut.
Unser intensivmedizinisches Ärzteteam wird von Ärzten aus den jeweiligen operativen Kliniken unterstützt, um im Sinne einer interdisziplinären Zusammenarbeit eine bestmögliche Therapie zu gewährleisten.
Besonders wichtig für die erfolgreiche Genesung des Patienten ist der Kontakt zu den engsten Angehörigen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen nicht eine uneingeschränkte Besuchszeit gewähren können, da sonst die Versorgung der Patienten mit notwendigen pflegerischen und intensivmedizinischen Maßnahmen nicht mehr gewährleistet werden könnte. In Einzelfällen ist nach Rücksprache aber auch ein Besuch außerhalb der festen Besuchszeiten möglich.
Während der Besuchszeiten können Sie sowohl von ärztlicher als auch von pflegerischer Seite den aktuellen Stand über den Gesundheitszustand Ihres Angehörigen erfahren.
Zu den jeweiligen Besuchszeiten müssen Sie sich über die Rufanlage am Eingang der Intensivstation anmelden. Von dort aus werden Sie in einen Raum geführt, in dem Sie sich aus hygienischen Gründen einen grünen Kittel überziehen müssen, bevor Sie dann die Station betreten dürfen. Auf der Station wird Ihnen vom Pflegepersonal der Weg zu Ihrem Angehörigen gezeigt. Wir bitten darum, dass aus verständlichen Gründen pro Patient nur jeweils zwei Angehörige die Station betreten können.
Trotz Besuchszeiten kann es jedoch auf einer Intensivstation immer wieder vorkommen, dass Sie die Station nicht sofort betreten können oder während Ihres Besuches die Station für einen kurzen Moment noch einmal verlassen müssen. Gründe hierfür sind Notfälle auf der Station oder die Aufnahme eines neuen, frisch operierten Patienten.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich telefonisch über die aktuelle Situation des Patienten zu erkundigen (Link zu den Telefonnummern). Da im alltäglichen Stationsablauf nicht die Zeit besteht, jedem Angehörigen Auskunft zu erteilen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Sie sich innerhalb Ihrer Familie auf einen Anrufer einigen sollten, welcher sich auf der Station erkundigt und diese Informationen dann an alle anderen Angehörigen weitergibt.
Die regelmäßige Anwesenheit der Angehörigen ist außerordentlich wichtig für die Genesung der Patienten. Sollten Sie weit vom Universitätsklinikum Aachen entfernt wohnen, gibt es die Möglichkeit, sich in unserem Patientenhotel einzuquartieren:
Patientenhotel
Kullenhofstraße 54
52074 Aachen
Telefon: +49 241 80 88130
Telefax: +49 241 80 82457
E-Mail
Unser Stationsablauf setzt sich wie folgt zusammen:
In den frühen Morgenstunden werden die Patienten gewaschen. Hierbei erfolgen eine allgemeine Wundkontrolle sowie das Anlegen frischer Verbände. Gegen 7:30 Uhr erfolgt dann die erste stationsinterne Visite. Gegen 8:00 Uhr wird eine gemeinsame Visite mit den Kollegen der operativen Abteilungen durchgeführt. Auf dieser Visite wird auch festgelegt, welcher Patient wohin verlegt wird, gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen benötigt oder sogar erneut operiert werden muss.
Hiernach legen die Ärzte der Intensivstation die Anordnungen für den Tag fest, um diese dann gegen 11:00 Uhr in einer detaillierten Oberarztvisite am Patientenbett zu diskutieren. Danach werden noch notwendige Zusatzuntersuchungen oder notwendige medizinische Eingriffe durchgeführt.
Zusätzlich kommt es sowohl zu planmässigen als auch ausserplanmässigen Aufnahmen und Verlegungen von Patienten.
Überwachung unserer Patienten / spezielle Therapiemaßnahmen
Alle unsere Patienten werden kontinuierlich mit verschiedenen apparativen Methoden überwacht. So werden Herzfrequenz und –rhythmus mit einem EKG aufgezeichnet, die Sauerstoffsättigung mit einem Fingerclip gemessen und der Blutdruck entweder mit einer Armmanschette oder über einen Gefäßkatheter registriert.
Viele Patienten haben einen zentralen Venenkatheter (ZVK) angelegt bekommen, über den wir sämtliche Medikamente applizieren können. Um eine Bilanzierung des Flüssigkeitshaushaltes vornehmen zu können, besitzt ebenfalls fast jeder Patient einen Urinkatheter.
Häufig haben Patienten auch eine Magensonde angelegt bekommen, um den Magen-Darm-Trakt entlasten zu können und frühzeitig mit einer Ernährung auf natürlichem Wege beginnen zu können.
Nach einer grossen Operation werden die meisten Patienten noch mit Beatmungsschlauch (Tubus) auf die Intensivstation verlegt, um eine Nachbeatmung durchführen zu können. Erst wenn der Patient genügend Kraft aufweist, eigenständig zu atmen, und die Lunge ihre volle Funktion wieder aufgenommen hat, können wir den Beatmungsschlauch entfernen. In manchen Fällen schaffen es die Patienten nach länger dauernder künstlicher Beatmung nicht, die vollständige Atemarbeit selbst zu erbringen. Es wird dann im Verlauf ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) durchgeführt, um den Patienten die Entwöhnung vom Beatmungsgerät zu erleichtern.